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Ankündigung der Anklage
Wir, die Jury, geben bekannt, daß wir diese Veranstaltung nicht als Forum oder Debatte zur Lage der Psychiatrie betrachten, sondern als Tribunal auf dem die Psychiatrie wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Rechenschaft gezogen wird. Verbrechen die wir bezeugen können und selbst erfahren haben. Wir formulieren diese Anklagepunkte aufgrund folgender Lage:
Dies
ist das Jahr des 50. Jahrestages der Erklärung der Allgemeinen
Menschenrechte der Vereinten Nationen.
Wir klagen an: Psychiatrie beruhend auf Zwang und Zwangsbehandlung einschließlich Zwangseinweisung und unterschiedlichsten Foltermethoden wie Elektroschock, Lobotomie oder Psychochirurgie, Zwangsfixierung, Zwangsmedikation, Beraubung der Menschenwürde und des Status als Mensch mittels Etikettierung und Stigmatisierung und oftmals lebenslanger Arbeitsunfähigkeit und Invalidisierung. Zwangspsychiatrisierung verletzt regelmäßig und fortdauernd die Bürger und Menschenrechte auf Grund der Verweigerung eines ordentlichen Rechtsverfahrens und Freiheitsberaubung bei Inhaftierung und Einweisung wird die körperliche Unversehrtheit verletzt und Zwangsinjektionen, Fixierung, Elektroschock-Folter, und den betroffenen Opfern wird der Zugang zu ihrer Krankenakte sowie die freie Wahl der Behandlung verweigert.
Unter dem Vorwand einer medizinischen Diagnose hat die Psychiatrie legal eine Kategorie von Untermenschen geschaffen, genannt Geisteskranke", eine Gruppe die Anerkennung als Mensch nicht erhält und der systematisch durch die Geschichte hindurch jegliches Menschenrecht verweigert wurde in sowohl demokratischen wie auch totalitären Gesellschaften; während der Eugenik-Politik der Nazis wurden sie vorsätzlich und systematisch dem Massenmord durch Vergasung ausgeliefert, hier in dieser Stadt - in Berlin.
In ihrer Funktion als verlängerter Arm des Staates und ausgestattet mit staatlicher Macht, hat die Psychiatrie eine Kategorie von Untermenschen geschaffen, denen jeglicher Schutz und jegliches Recht entzogen wird. Wir behaupten und verteidigen die umfassende Menschlichkeit jener, die derartig stigmatisiert wurden und klagen die Psychiatrie wegen Unmenschlichkeit an wegen ihren Taten und wegen ihrer entwürdigenden Ideologie. Verbrechen an Menschen die als Geisteskranke bezeichnet werden und sonst als unvernünftig, nicht zurechnungsfähig und ohne Verstand abgetan wurden, werden zukünftig als Verbrechen gegen die Menschlichkeit betrachtet werden wofür sowohl der einzelne Psychiater wie auch die Institution Psychiatrie verantwortlich gemacht werden wird, unter Aufhebung staatlicher Sanktionen und der polizeilichen Befugnisse.
Um
dieses Ziel zu erreichen, werden nicht-Regierungsorganisationen
gegründet werden, um diese Forderungen den Vereinten Nationen
vorzulegen und um die Psychiatrie sowie Psychiater wegen begangener
Straftaten, nachweislicher Folterung, ungerechtfertigter Inhaftierung
und Zwangsmedikation von Einzelnen und einer ganzen Gruppe von
Menschen, die auf diese Weise stigmatisiert wurde, anzuklagen.
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